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Ich heisse David Lallemand. Ich bin 41 Jahre alt und bin nun seit bald 20 Jahren Journalist bei der RTBF. Ich bin bei der RTBF, weil ich fest vom großen Nutzen eines öffentlichen Informationsdienstes überzeugt bin, der auch dazu dienen könnte, die Medien positiv zu beeinflussen und zwischen den Generationen, den Kulturen und den Unterschieden der Menschheit Brücken zu schlagen.
Durch meine Karriere beim Radio und beim Fernsehen konnte ich im Laufe all dieser Jahre tausende verschiedene Personen treffen: Staatschefs, Kinostars, Theaterpersönlichkeiten, Sänger, Minister, Unternehmenschefs, aber auch und vor allem eine Menge Menschen ohne Titel oder Dienstgrad, die in mir die tiefsten Eindrücke hinterlassen haben.
Diesen vielen außergewöhnlichen Anonymen habe ich zu verdanken, dass ich verstanden habe, wozu mein Beruf als Journalist dienen kann: jemandem das Wort erteilen, den Reichtum, die Großzügigkeit und den Mut jener hör- und sichtbar zu machen, die sich unbemerkt und tagtäglich für ihre Familie, für eine Sache, für einen Beruf, kurz gesagt, für andere, einsetzen. Heute verdanke ich es auch meinem Beruf, die Organisation „Pinocchio“ getroffen zu haben, die sich für verbrannte Kinder einsetzt.
Kinder sind unsere Hoffnung, doch wenn sie Opfer von Verbrennungen werden, ist es, als würde ihre Hoffnung erlöschen. Dennoch bemühen sich außergewöhnliche Männer und Frauen tagtäglich im Kampf gegen den Schmerz, die körperlichen und seelischen Narben, die Ungerechtigkeit und die Hoffnungslosigkeit, um jenen jungen Opfern Vertrauen zurückzugeben und um ein neues Leben für sie aufzubauen, nachdem sie, gerade in diese Welt getreten, schon mit dem Schlimmsten konfrontiert werden: anders zu sein als die anderen.
Diese Arbeit verdient es, dass man von ihr spricht, sie anerkennt, sie wertschätzt, denn wir alle können jederzeit Opfer von Brandunfällen werden. Ich sehe es als Ehre und Privileg an, dass ich als Pate für die gemeinnützige Organisation „Pinocchio“ ernannt wurde. Pate zu werden bedeutet letztendlich, seine Familie zu vergrößern. Ich bin glücklich, Teil dieser Familie zu sein, gemeinsam mit Ihnen.
„Pinocchio“ erinnert mich an diese eine Geschichte, die mir meine Großmutter immer erzählt hat: Ihre Großmutter war Waschfrau, am Anfang des letzten Jahrhunderts. Sie hatte die Gabe, Verbrennungen mit geraspelten Kartoffeln und einer Ansammlung von Pflanzen, die sie sorgfältig zubereitete, zu heilen. Zu dieser Zeit trugen Frauen lange Röcke und mehrere Unterröcke. Sie war nicht wirklich reich und ihre Gabe brachte ihr ein bisschen Geld ein. Damals machte man mit Petroleum Licht. Eines Tages ist ihre Petroleumlampe zu ihren Füßen zerbrochen und sie fiel den Flammen zum Opfer. Bevor sie starb, gab sie meiner Großmutter ein Paar Ohrringe, von denen diese sich nie getrennt hat und die ich heute wie einen Schatz bewahre. Letzten Endes waren wir dazu bestimmt, uns zu treffen.
David Lallemand
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